Die Notenskala 1–6 im Überblick
Das Schweizer Notensystem verwendet eine Skala von 1 bis 6 — wie in Deutschland, aber mit umgekehrter Richtung. Die 6 ist die Bestnote, die 1 die schlechteste. Halbe Noten (z. B . 4,5 oder 5,5) sind üblich, an manchen Schulen werden sogar Viertelnoten (z. B. 4,75) vergeben.
Diese umgekehrte Logik sorgt regelmäßig für Verwirrung, besonders bei Zuzügern aus Deutschland: Eine Schweizer 5 ist „gut“, eine deutsche 5 ist „mangelhaft“. Wer Noten zwischen den Systemen vergleicht, muss die Skalenrichtung beachten — sonst entsteht ein völlig falscher Eindruck.
Was bedeuten die einzelnen Noten?
| Note | Bezeichnung | Bedeutung |
|---|---|---|
| 6 | sehr gut | Hervorragende Leistung, Lernziele vollständig erreicht |
| 5,5 | gut bis sehr gut | Deutlich über den Anforderungen |
| 5 | gut | Lernziele klar erreicht |
| 4,5 | genügend bis gut | Anforderungen solide erfüllt |
| 4 | genügend | Lernziele knapp erreicht — Bestehensgrenze |
| 3,5 | ungenügend | Lernziele teilweise nicht erreicht |
| 3 | ungenügend | Erhebliche Lücken |
| 2 | schlecht | Lernziele grösstenteils nicht erreicht |
| 1 | sehr schlecht | Lernziele nicht erreicht |
In der Praxis bewegen sich die meisten Schulnoten zwischen 3 und 6. Noten unter 3 sind selten und kommen fast nur bei komplett leeren oder nicht abgegebenen Prüfungen vor.
Bestehensgrenze 4,0 – was „genügend“ heisst
Die Note 4,0 ist die zentrale Schwelle im Schweizer System: Ab hier gilt eine Leistung als genügend — also bestanden. Alles darunter ist ungenügend. Diese Grenze zieht sich durch das gesamte Bildungssystem, von der Primarschule bis zur Matura.
Konkret bedeutet 4,0: Die Mindestanforderungen sind gerade noch erfüllt. Bei einer Prüfung mit 40 erreichbaren Punkten entspricht das in der Regel 24 Punkten (60 % der Maximalpunktzahl). Dieser Wert ergibt sich aus der linearen Notenformel, die weiter unten erklärt wird.
Wichtig: Ein Zeugnis mit einzelnen Noten unter 4,0 führt nicht automatisch zum Nichtbestehen eines Schuljahrs. Entscheidend ist meist der Durchschnitt aller Noten — und hier gelten je nach Kanton und Stufe unterschiedliche Kompensationsregeln.
Halbe Noten, Viertelnoten & Rundungsregeln
Zeugnisnoten vs. Zwischenberechnungen
Im Schweizer Schulalltag gibt es zwei Ebenen: die Noten für einzelne Prüfungen und Arbeiten (Zwischenberechnungen) und die Zeugnisnoten am Ende des Semesters.

Prüfungsnoten können sehr fein abgestuft sein. Je nach Schule und Lehrkraft werden halbe Noten (4,0 / 4,5 / 5,0), Viertelnoten (4,25 / 4,75) oder sogar Dezimalwerte mit einer Nachkommastelle (4,3 / 5,1) vergeben. Es gibt keine einheitliche Vorschrift — die Granularität bestimmt die Schule oder der Kanton.
Zeugnisnoten werden in den meisten Kantonen auf halbe Noten gerundet. Das bedeutet: Ein berechneter Durchschnitt von 4,74 wird auf 4,5 gerundet, ein Durchschnitt von 4,75 auf 5,0. Die Rundungsregel folgt dem kaufmännischen Prinzip (ab x,25 → aufgerundet auf x,5; ab x,75 → aufgerundet auf die nächste ganze Note).
Ausnahmen gibt es: Einige Kantone und Schulstufen erlauben Zeugnisnoten in Zehntelnoten (z. B. 4,8). An Gymnasien und Berufsfachschulen sind die Regeln oft strenger definiert als an Primarschulen. Im Zweifelsfall gilt das Promotionsreglement des jeweiligen Kantons.
Punkte in Noten umrechnen (lineare Formel)
Note = 1 + 5 × (Punkte / Max) – erklärt
Die Standardformel zur Notenberechnung in der Schweiz lautet:
Note = 1 + 5 × (erreichte Punkte / maximale Punkte)
Was die Formel tut: Sie setzt die erreichte Leistung ins Verhältnis zur Maximalleistung und bildet dieses Verhältnis linear auf die Skala 1 bis 6 ab. Bei 0 Punkten ergibt sich Note 1 (schlechteste), bei voller Punktzahl Note 6 (beste).
Die Formel hat eine wichtige Eigenschaft: Die Bestehensgrenze (Note 4,0) liegt automatisch bei 60 % der Maximalpunktzahl. Das lässt sich nachrechnen: Note 4 = 1 + 5 × (Punkte / Max), also 3 = 5 × (Punkte / Max), also Punkte / Max = 0,6 = 60 %.
Beispielrechnungen für typische Prüfungen
Beispiel 1: Eine Prüfung hat 30 erreichbare Punkte. Ein Schüler erreicht 22 Punkte.
Note = 1 + 5 × (22 / 30) = 1 + 5 × 0,733 = 1 + 3,667 = 4,67
Gerundet auf halbe Noten: 4,5 — genügend bis gut. Der Schüler liegt komfortabel über der Bestehensgrenze (18 Punkte wären 4,0).
Beispiel 2: Eine Klausur hat 50 erreichbare Punkte. Eine Schülerin erreicht 45 Punkte.
Note = 1 + 5 × (45 / 50) = 1 + 5 × 0,9 = 1 + 4,5 = 5,5
Ohne Rundung: 5,5 — gut bis sehr gut. 90 % der Maximalpunktzahl ergeben eine starke Leistung, aber noch keine 6.
Beispiel 3: Ein Test hat 20 erreichbare Punkte. Ein Schüler erreicht 11 Punkte.
Note = 1 + 5 × (11 / 20) = 1 + 5 × 0,55 = 1 + 2,75 = 3,75
Gerundet: 4,0 (je nach Rundungsregel) oder 3,5. Hier entscheidet die Rundung über bestanden oder nicht bestanden. Bei kaufmännischer Rundung auf halbe Noten ergibt 3,75 → 4,0 (bestanden). Manche Schulen runden aber erst ab 3,76 auf — prüfen Sie das Reglement.
Häufiger Fehler: Viele vergessen die „+ 1″ am Anfang der Formel und rechnen nur 5 × (Punkte / Max). Das Ergebnis ist dann um genau 1 Note zu tief. Bei 22 von 30 Punkten käme so 3,67 statt 4,67 heraus — der Unterschied zwischen bestanden und nicht bestanden.

Matura-Berechnung: Erfahrungsnote + Prüfungsnote
Die gymnasiale Matura ist der Schweizer Weg zur Hochschulreife. Die Berechnung der Maturanoten folgt einem eigenstänigen Modell, das sich vom deutschen Abitur grundlegend unterscheidet.
Für jedes Maturfach wird die Maturanote aus zwei Komponenten ermittelt:
Maturanote = (Erfahrungsnote + Prüfungsnote) / 2
Die Erfahrungsnote ist der Durchschnitt der Zeugnisnoten aus den letzten Semestern vor der Matura (in der Regel die letzten vier Semester). Die Prüfungsnote ist das Ergebnis der schriftlichen oder mündlichen Maturaprüfung.
Beide zählen gleich viel — jeweils 50 %. Wer also in den letzten Semestern konstant gute Noten hatte, kann eine schwächere Prüfungsleistung teilweise kompensieren. Umgekehrt rettet eine starke Prüfung eine schwache Erfahrungsnote.
Bestehensregeln der Matura:
- Der Durchschnitt aller Maturanoten muss mindestens 4,0 betragen.
- Höchstens vier Noten dürfen unter 4,0 liegen.
- Die Summe der negativen Abweichungen von 4,0 darf höchstens 2,0 Punkte betragen. Beispiel: Zwei Fächer mit Note 3,5 ergeben je 0,5 Abweichung = 1,0 gesamt — das ist erlaubt. Eine Note 3,0 (Abweichung 1,0) plus eine Note 2,5 (Abweichung 1,5) = 2,5 — das wäre nicht bestanden.
Diese Regeln sind im Maturitätsanerkennungsreglement (MAR) des Bundes festgelegt und gelten schweizweit. Einzelne Kantone können zusätzliche Anforderungen stellen.
Kantonale Unterschiede (ZH, BE, AG, LU, BS)
Die Schweiz hat 26 Kantone, und die Bildungshoheit liegt bei den Kantonen — nicht beim Bund. Das bedeutet: Obwohl die Notenskala 1–6 überall gleich ist, unterscheiden sich die Regeln zur Benotung, Promotion und Berechnung von Kanton zu Kanton.
Zürich (ZH): Zeugnisnoten in halben Noten. An der Volksschule gilt die pädagogische Gesamtbeurteilung — der Durchschnitt allein entscheidet nicht über die Promotion. Lehrkräfte berücksichtigen Lernfortschritt, Arbeitshaltung und weitere Faktoren.
Bern (BE): Ähnlich wie Zürich mit halben Noten im Zeugnis. Der Kanton Bern hat ein zweisprachiges System (Deutsch/Französisch), wobei die Notenskala identisch bleibt. Besonderheit: An manchen Berner Schulen fliessen mündliche Leistungen stärker in die Zeugnisnote ein als anderswo.
Aargau (AG): Zeugnisnoten in halben Noten. Die Promotionsordnung definiert klare rechnerische Kriterien: Durchschnitt ≥ 4,0 und nicht mehr als drei ungenügende Fächer. Weniger pädagogischer Spielraum als in Zürich.
Luzern (LU): Ebenfalls halbe Noten im Zeugnis. Der Kanton Luzern hat detaillierte Vorgaben für die Gewichtung von schriftlichen und mündlichen Leistungen, die teilweise strenger sind als in anderen Deutschschweizer Kantonen.
Basel-Stadt (BS): Halbe Noten im Zeugnis. Besonderheit: Basel-Stadt hat als Stadtkanton eine hohe Schuldichte und vergleichsweise einheitliche Bewertungsstandards innerhalb des Kantons.
Wo wird gewichtet?
Die Frage, ob und wie Noten gewichtet werden (z. B. schriftlich 60 %, mündlich 40 %), ist kantonal und oft sogar schulintern geregelt. In manchen Kantonen gibt das Reglement eine feste Gewichtung vor, in anderen entscheiden Lehrkräfte innerhalb eines Rahmens. Einen tiefen Einblick in die kantonalen Unterschiede bei der Gewichtung bietet der Artikel Wie den Notendurchschnitt in der Schweiz berechnen.
Pädagogische Gesamtbeurteilung vs. rechnerischer Durchschnitt
Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen den Kantonen: Manche setzen auf rein rechnerische Promotion (Durchschnitt ≥ 4,0 = bestanden), andere erlauben eine pädagogische Gesamtbeurteilung. Bei der Gesamtbeurteilung kann eine Lehrperson entscheiden, dass ein Schüler trotz eines Durchschnitts von 3,9 promoviert wird — oder trotz 4,1 nicht.
Zürich und Bern nutzen stärker die pädagogische Gesamtbeurteilung. Aargau und Luzern setzen eher auf rechnerische Kriterien. In der Praxis existieren Mischformen: Ein rechnerisches Minimum muss erfüllt sein, aber bei Grenzfällen hat die Lehrperson Spielraum.
Schweizer Notensystem vs. Deutschland (1–6 vs. 1–6)
Beide Länder verwenden eine 1–6-Skala — aber dort enden die Gemeinsamkeiten:
| Merkmal | Schweiz | Deutschland |
|---|---|---|
| Bestnote | 6 | 1 |
| Schlechteste Note | 1 | 6 |
| Bestehensgrenze | 4,0 (genügend) | 4,0 (ausreichend) |
| Halbe Noten | Standard (z. T. Viertelnoten) | Nur +/− Tendenzen |
| Notenformel | Note = 1 + 5 × (P / Max) | Kein einheitlicher Standard |
| Oberstufe/Gymnasium | Weiterhin 1–6 | 15-Punkte-System |
Die grösste Verwechslungsgefahr: In beiden Systemen ist 4,0 die Bestehensgrenze — aber die 4 liegt in der Schweiz in der oberen Hälfte der Skala (genügend), in Deutschland in der unteren Hälfte (gerade noch ausreichend). Eine Schweizer 4 und eine deutsche 4 repräsentieren ähnliche Leistungsniveaus, obwohl die Skalen in entgegengesetzte Richtungen laufen.
Für die Umrechnung zwischen den Systemen gibt es keine offizielle Formel. Eine grobe Annäherung: Schweizer Note ≈ 7 − deutsche Note. Eine deutsche 2 (gut) entspricht also etwa einer Schweizer 5 (gut). Diese Faustregel funktioniert im Mittelbereich, wird aber an den Rändern ungenau.

Jetzt Schweizer Note berechnen
Sie wollen Ihre Punktzahl in eine Schweizer Note umrechnen? Der Schweizer Notenrechner übernimmt die Berechnung: Punkte und Maximalpunktzahl eingeben, Note sofort ablesen. Für die spezifische Frage, wie der Notendurchschnitt mit kantonalen Gewichtungen berechnet wird, lesen Sie den Artikel zur Schweizer Durchschnittsberechnung.
Wie das Schweizer System in das Gesamtbild aller Notensysteme passt, erklärt der Überblick zum Notendurchschnitt berechnen. Und wer Schweizer Noten in Prozent umrechnen möchte, findet die passende Tabelle im Artikel Noten in Prozent umrechnen.
FAQ
Wie funktioniert das Notensystem in der Schweiz?
Die Schweiz verwendet eine Skala von 1 (sehr schlecht) bis 6 (sehr gut). Die Bestehensgrenze liegt bei 4,0. Noten werden häufig in halben oder Viertelnoten vergeben. Die Berechnung folgt meist der linearen Formel: Note = 1 + 5 × (erreichte Punkte / Maximalpunkte). Die Bildungshoheit liegt bei den Kantonen, weshalb Rundungsregeln, Gewichtungen und Promotionsordnungen kantonal variieren.
Welche Note ist in der Schweiz bestanden?
Ab Note 4,0 gilt eine Leistung als genügend und damit als bestanden. Für ein ganzes Schuljahr oder eine Abschlussprüfung gelten zusätzliche Regeln: Meist muss der Gesamtdurchschnitt mindestens 4,0 betragen, und es dürfen nicht zu viele Einzelnoten unter 4,0 liegen.
Was entspricht eine Schweizer 5 in Deutschland?
Eine Schweizer 5 (gut) entspricht ungefähr einer deutschen 2 (gut). Die grobe Umrechnung lautet: Schweizer Note ≈ 7 − deutsche Note. Diese Faustregel funktioniert im Mittelbereich gut, wird an den Skalenenden aber ungenauer. Eine offizielle Umrechnungstabelle gibt es nicht.
Werden in der Schweiz halbe Noten vergeben?
Ja, halbe Noten (4,0 / 4,5 / 5,0 / 5,5 / 6,0) sind in den meisten Kantonen Standard für Zeugnisnoten. Für einzelne Prüfungen verwenden viele Lehrkräfte feinere Abstufungen — Viertelnoten (z. B. 4,25) oder Dezimalwerte (z. B. 4,7). Die Zeugnisnote wird dann auf die nächste halbe Note gerundet.
Wie berechnet man die Maturanote?
Die Maturanote pro Fach ergibt sich aus dem Durchschnitt von Erfahrungsnote (Zeugnisnoten der letzten Semester) und Prüfungsnote: (Erfahrungsnote + Prüfungsnote) / 2. Beide zählen je 50 %. Die Matura ist bestanden, wenn der Gesamtdurchschnitt ≥ 4,0 ist, höchstens vier Noten unter 4,0 liegen und die Summe der negativen Abweichungen von 4,0 höchstens 2,0 beträgt.
Gibt es einen Notenschlüssel Schweiz, der für alle Kantone gilt?
Die Notenskala 1–6 und die Formel Note = 1 + 5 × (Punkte / Max) gelten de facto schweizweit. Aber die Details — Rundungsregeln, Gewichtung schriftlich/mündlich, Promotionsordnung — sind kantonal geregelt. Es gibt keinen einheitlichen „Notenschlüssel Schweiz“ im Sinne einer verbindlichen Tabelle wie beim deutschen IHK-System.
Wie rechne ich Punkte in eine Schweizer Note um?
Verwenden Sie die Formel: Note = 1 + 5 × (erreichte Punkte / Maximalpunkte). Für 35 von 50 Punkten: Note = 1 + 5 × (35/50) = 1 + 5 × 0,7 = 4,5. Alternativ nutzen Sie den Schweizer Notenrechner für die sofortige Berechnung.





